Transparency für Transparenz im Spendenwesen
August 21, 2008
Rupert Graf Strachwitz, Beirat von Transperancy International, hat in einem Beitrag auf Deutschland-Radio, in dem er zitiert wird, deutlich gemacht, dass die Transparenz und Prüfbarkeit beim Spendeneinsatzes ein sehr hoher Wert sei.
Es dürfte nicht nur auf die Tränendrüse gedrückt werden, sondern es müsse auf echte Information über die Hilfsbedürftigkeit Wert gelegt werden. Die UNICEF-Affäre sei hier ein wichtiges Lehrstück gewesen, welches gezeigt habe, wie schnell eine Hilfsorganisationen das Vertrauen verlieren können, wenn undurchsichtig mit Spendengeldern umgegangen werde. So sei der neue Jahresbericht von UNICEF für 2007 wesentlich konkreter und transparenter als die vorhergegangenen – der Vergleich zwischen den Jahresberichten der Vorjahre und des Jahres 2007 sei „ein Unterschied wie Tag und Nacht“.
Graf Strachwitz forderte eine Vereinheitlichungs- und Veröffentlichungspflicht für Jahres- resp. Geschäftsberichte gemeinnütziger Organisationen. Es müsse klar werden:
- woher kommen die finanziellen Mittel für gemeinnützige Organisationen,
- wie viel ist das überhaupt,
- und was wird damit gemacht.
Ziel einer solchen Vereinheitlichungs- und Veröffentlichungspflicht sei es, die Vertrauensbasis bei den Spenderinnen und Spendern zu stärken und Schutz vor Missbrauch und Korruption zu bieten.
Auch müsse geklärt werden, dass der Einsatz von professionellen Mitarbeitern im Bereich des Spendenwesens wie z.B. Fundraisern notwendig sei, und dafür auch Kosten entstehen, für die ein Anteil der Spendengelder aufgewandt werden müsse. Erst dann würden die Spender auch einsehen, dass nicht jeder Euro zu 100% beim Bedürftigen zu Gute kommen kann, sondern dass auch ein Aufwand notwendig ist, damit die Spenden auch gut und richtig ankommen.
Weiter warnte Strachwitz vor zu hohen Erwartungen in Spendensiegel wie das DZI-Siegel, da diese wenig über die Qualität der Arbeit aussagen. Man dürfe die Spendensiegel nicht mit Qualitätsmaßstäben überfrachten, welche sie nicht erfüllen könnten.
Der Beitrag in der Sendung „Tag für Tag“ auf Deutschland-Radio (mp3): Transparenz bei Hilfsorganisationen
Foto: penjelly – Quelle: www.flickr.de