Gestern haben mehrere Hilfsorganisationen einen Neun-Punkte-Plan vorgelegt, mit dem nach der UNICEF-Affäre (vgl. u.a. Beitrag “Es werde Transparenz” auf diesem Blog) neues Vertrauen bei Unterstützerinnen und Unterstützern gewonnen werden soll.

Notwendig ist ehrliche und transparente Kommunikation, wie bei der Vorstellung des Neun-Punkte-Plans betont wurde. Deswegen müssten Spendenorganisationen gläserne Organisationen sein.

Wichtige Prinzipien dabei:

  • Einheitliche Standards;
  • Stärkere Kontrolle;
  • Nachweisbare Professionalität.

Erstunterzeichner der Transparenzinitiative sind u.a. die Welthungerhilfe, die Kindernothilfe, die Ärzte für die Dritte Welt, AWO International, Care Deutschland-Luxemburg, die Christoffel-Blindenmission Deutschland, Oxfam Deutschland, Plan International und - !!! - das Deutsche Komittee für UNICEF (und was ist mit den anderen großen auf Spenden angewiesenen Organisationen: Beispielsweise ist keine einzige der Umweltschutzorganisationen von BUND über NABU bis Greenpeace dabei …)?

Bis zum Ende des Jahres will der Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (Venro) zudem einen Verhaltenskodexes für Hilfsorganisationen erarbeiten. Er solle mit Unterstützung des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) erarbeitet werden und unter anderem Standards für transparente und verantwortungsvolle Führungsstrukturen festlegen.

Die Vergabekriterien für das DZI-Spendensiegel müssten verschärft werden. Dabei sollte die Verpflichtung bestehten, Verträge mit externen Partnern offen zu legen oder niedrigere Obergrenzen für Verwaltungs- und Werbeausgaben festzulegen (im Moment kann man das Siegel noch mit Ausgaben von bis zu 35% erhalten).

Gleichzeitig müsse aber auch nochmals deutlicher gemacht werden, dass Hilfsorganisationen ohne Werbung und Fundraising nicht arbeiten können, die Hilfe also nicht zum Nulltarif geleistet werden kann.

Ich denke, jetzt ist ein Stein ins Wasser geworfen, der Wellen bis zum nächsten Woche stattfindenden Fundraising-Kongress und darüber hinaus werfen wird.

Pressemitteilung von Venro: Hilfsorganisationen setzten auf Transparenz

Foto: S. Hofschlaeger - Quelle: www.pixelquelle.de

2 Responses to “9-Punkte-Plan für Vertrauen”

  1. Basti Schwiecker Says:

    Eine Initiative für mehr Transparenz finde ich 100% unterstützenswert. Schade, dass hier nicht einfach der Staat eingreift und die entsprechenden Offenlegungsvorschriften verschärft (wäre ein erster guter Schritt).

    Wo ich hingegen skeptisch bin wäre die Verschäfrung der DZI-Kriterien. Zum einen halte ich die Verwaltungskosten für alles andere als einen geeigneten Indikator und würde lieber ganz darauf verzichten, als die Schwelle zu reduzieren (einen sehr guten englischen Betrag zum Thema gibts hier), zum anderen scheint mir das meiner Meinung nach einzige relevante Kriterium (wieviel Gutes wird pro Taler geschaffen) wieder völlig außen vor gelassen. Klar, das ist subjektiv und schwer zu messen, aber eigentlich sollte es doch genau darum gehen, also warum werden sich hier nicht mehr Gedanken gemacht?

  2. Kongress-Splitter, Teil 3 - Ethik versus Professionalität? - Online-Tagebuch vom Fundraising Kongress 2008 « menschenfischer.net Says:

    [...] anzusprechen, die als Konsequenz aus der UNICEF-Affäre entstanden sind (vgl. Beitrag 9-Punkte-Plan für Vertrauen). Für Preuß war die ganze UNICEF-Affäre daher auch eine Chance und hat im gesamten [...]

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