Weihnachten im Schuhkarton
Oktober 20, 2007
Seit dem 15. Oktober wird wieder gesammelt. Der Verein “Geschenke der Hoffnung” lädt Menschen dazu ein, Schuhkartons mit Geschenken zu packen, die zur Weihnacht bedürftigen Kindern zukommen sollen.
Kritiker sehen in dieser Aktion eher das Problem, dass “Weihnachten im Schuhkarton” nicht wirklich hilft, weil diese Geschenke an der Lebenswirklichkeit und den Bedürfnissen der Beschenkten vorbeigeht und vorrangig einem evangelikal-missionarischen Projekt im Kontext des amerikanischen Erweckungspredigers Billy Graham (Spitzname: Maschinengewehr Gottes) und der Lausanner Bewegung dienen (was nicht unbedingt allen bewusst ist, die sich an der Aktion beteiligen).
Zum zweiten wird aber auch problematisiert, dass durch das Schuhkarton-Packen die Spenden von Organisationen wie Brot für die Welt, welche sich um nachhaltige Hilfe für Not leidende Menschen kümmern, abgezogen werden. Dazu vielleicht eine Zahl: Nach eigenen Angaben hat “Geschenke der Hoffnung” im Jahr 2006 eine Zahl von 432.961 Kindern in 13 Ländern mit solchen Schuhkartons beschenkt (vgl. Pressemitteilung “Kinderaugen strahlen”). Da für die Deckung der Kosten von Transport und Abwicklung für jeden Schuhkarton eine Spende von 6 Euro erbeten wird (”Natürlich können Sie auch gerne mehr geben.” – Zitat Website “Geschenke der Hoffnung”/FAQ), sind wir bei einer Summe von mindestens 2,6 Millionen Euro, die nur der Administration zu Gute kommen und für eine echte und nachhaltige Hilfe fehlen.
Ausführliche Hintergrundinformationen zu der gesamten Aktion finden sich unter folgenden Links:
- bei confessio.de unter dem Stichwort “Geschenke der Hoffnung“
- auf weltanschauungsfragen.de unter “Weihnachten im Schuhkarton“
- unter dem Link “Anfrage einer Kirchengemeinde” beim Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
November 13, 2007 at 9:42
[...] http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&dig=2006/12/13/a0232 http://menschenfischer.wordpress.com/2007/10/20/weihnachten-im-schuhkarton/ … ich persönlich finde man sollte nicht gleich trauen alles was man vorgegaukelt bekommt, man [...]